Waggon im Exil im Commons Café / Digital Retro Park

Einlass 19:00 Uhr,
Filmstart 19:30 Uhr,
Ende 22:00 Uhr

Der Mut zur unbequemen Wahrheit – das ist mal wieder ein aktuelles Thema: Mit der Auszeichnung des Dokumentarfilmes “NAZA” und seinem Weg durch die Kinos wird ein besonderes tödlicher und entmenschlichender blinder Fleck sichtbar. Was verpassen wir eigentlich noch alles, weil wir den Blick nicht auf diese Flecken richten? Und was verändert sich, wenn Filme uns mit dem konfrontieren, was verschwiegen, verdrängt oder zum Verschwinden gebracht wird? Der Filmabend widmet sich diesem Erkennen.

Einen wichtigen Aspekt zeigt uns der Film “The German”. Und zwar, dass Kriege möglich werden, weil der Feind als Mensch verschwindet. In “The German” von Nick Ryan verfolgt ein britischer Pilot den deutschen Gegner, der seinen Freund abgeschossen hat.

Es gibt internationale Einrichtungen, die sich genau das zum Ziel gesetzt haben: Unsagbares sichtbar zu machen und ins Licht zu stellen. Internationale Gerichte sind eine zivilisatorische Errungenschaft, die es vielleicht bald nicht mehr gibt. In der Zwischenzeit sind sie aber unverzichtbar für Prozesse, wie sie der Film “What Is Owed: Taking the Climate Crisis to the World’s Court” zeigt.

Das gilt deshalb auch für die Klimakrise: voller blinder Flecken, Selbstbetrug und besten Absichten stolpern wir wohlmeinend oder verzweifelt in diese Katastrophe. Und das obwohl Aufwand und Einsatz immens sind, die wir zum Sichtbarmachen und Verändern der Klima zerstörenden Aktivitäten der Menschheit unternehmen. Es verschwinden dennoch noch systematisch verschwiegene Wahrheiten, bis diese Wahrheiten ein Film wie “Earth’s Greatest Enemy” sichtbar macht. Aus diesem Dokumentarfilm von Abby Martin zeigen wir die handgezeichnete Animationssequenz von Aaron Dunbar “The Monster of Militarism”.

Was Gewalt für einzelne Menschen bedeutet, zeigen die beiden Filme aus Palästina. Zu sehen sind “Today They Took My Son”, unter der Regie von Pierre Dawalibi und mit Buch und Produktion von Farah Nabulsi: Eine palästinensische Mutter versucht zu begreifen, dass ihr Sohn vom israelischen Militär mitgenommen wurde. Fiktion und dokumentarische Bilder verbinden sich zu einer Erfahrung von Nähe und Ohnmacht. “Nightmare of Gaza” erzählt experimentell von einer Frau in einer zerstörten Stadt. Beide Filme entstanden lange vor dem Krieg seit 2023. Sie machen erfahrbar, was schon damals hinter politischen Begriffen und Nachrichtenbildern verschwunden und unsichtbar geblieben ist.

Der Eintritt ist frei. Später kommen oder früher gehen ist im unkomplizierten Waggon-im-Exil-Rahmen problemlos möglich. Die Veranstaltung ist ein offener Filmabend mit Pausen und Gesprächen: Ihr könnt Euch auf handverlesene Kurzfilme und genügend Raum für Widerspruch, Neugier und eigene Gedanken freuen.

Wir freuen uns auf Euch!
Euer Steff Huber

Commons Café / Digital Retro Park
Walter-Passage, Frankfurter Str. 13-15,
63065 Offenbach

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